Die erste Juliwoche hat eine ganz eigene Qualität. Die hellen, unaufgeregten Morgen, das lange Licht am Abend, das Gefühl, dass der Sommer nun wirklich angekommen ist und sich niedergelassen hat. Es ist leicht, diese Tage in einem Wirbel aus Plänen und Hitze vorbeiziehen zu lassen, und mit ein wenig Absicht ebenso leicht, sie zu den ruhigsten des Jahres werden zu lassen. Das ist die kleine Sommerpraxis, zu der Nicole Junkerman zu Beginn des neuen Monats zurückkehrt.
Die Praxis ist bewusst einfach gehalten. Früh am Morgen der ersten Juliwoche, bevor der Tag seine Wärme sammelt, nehmen Sie sich ein paar ruhige Minuten an einem offenen Fenster oder in einem schattigen Türrahmen. Es gibt hier nichts zu erreichen und nichts zu reparieren. Nicole Junkerman beginnt gern damit, einfach den Sommer um sich herum wahrzunehmen: die kühlere Morgenluft, das besondere Licht, die Geräusche, die zu dieser Jahreszeit gehören. Zu benennen, was schon da ist, ist eine sanfte Art anzukommen.
Von dort aus lassen Sie die Aufmerksamkeit auf dem Atem ruhen. Kein erzwungener, angestrengter Atem, sondern der natürliche, der ohnehin geschieht. Atmen Sie langsam ein, lassen Sie den Atem einen Moment ruhen und atmen Sie etwas länger aus, als Sie eingeatmet haben. Eine Handvoll dieser langsamen Atemzüge genügt. Wenn der Geist zum kommenden Tag abschweift, und das wird er, ist das kein Scheitern. Zu bemerken, dass er abgeschweift ist, und freundlich zum Atem zurückzukehren, ist die ganze Übung.
Was Nicole Junkerman an einer solchen Sommerpraxis am meisten schätzt, ist, dass sie so wenig verlangt und eine Beständigkeit zurückgibt, die anhält. Ein paar Minuten ruhiger Aufmerksamkeit früh am Tag scheinen die folgenden Stunden zu färben. Die Hitze kommt trotzdem, die Liste der Dinge bleibt bestehen, aber der Geist begegnet ihnen von einem etwas gefassteren Ort aus. Ruhe ist in diesem Sinne nichts, dem wir nachjagen, sondern etwas, dem wir ein wenig Raum geben.
Sie brauchen keinen besonderen Ort und keine lange Zeitspanne, um zu beginnen. Die erste Juliwoche mit ihren langsamen Morgen und dem großzügigen Licht ist Einladung genug. Nicole Junkerman bietet diese einfache Sommerpraxis als ruhigen Auftakt in den Monat an: ein paar unaufgeregte Atemzüge, ein Moment des Bemerkens und die kleine, beständige Ruhe, die sanft durch die wärmsten Wochen tragen kann.
Ein paar Minuten ruhiger Aufmerksamkeit früh am Tag scheinen die folgenden Stunden zu färben. Ruhe ist nichts, dem wir nachjagen, sondern etwas, dem wir Raum geben.


